Technologien für Besucher-Tracking

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Für das Besucher-Tracking im Einzelhandel gibt es verschiedene Technologien, die alle ihre Vorteile und Nachteile haben. Wichtige Kriterien für die Auswahl der optimalen Technologie sind die Genauigkeit der Lokalisierung, die Erfassungsquote, der Datenschutz und die Kosten. Im folgenden Artikel stellen wir Ihnen sechs wichtige Technologien fürs Besucher-Tracking im Einzelhandel vor.

3D-Stereoskop-Technologie

 Ein 3D-Sensor erfasst stereoskopische Videobilder und analysiert diese Bilder sofort auf dem 3D-Sensor. Der 3D-Sensor erkennt dabei menschliche Objekte oder sonstige Objekte wie Einkaufswägen und deren Bewegungen nebst Verweilzeiten. Wenn dies der Fall ist, dann wird dieses Ereignis mit den entsprechenden Daten gespeichert und in Echtzeit auf die zugehörigen Server übertragen. Darüber hinaus können alle 3D-Sensoren zwischen Kindern und Erwachsenen unterscheiden und manche 3D-Sensoren zusätzlich auch das Geschlecht erkennen.

 Die 3D-Sensorik kann eindeutig zwischen Menschen und anderen Objekten unterscheiden. Die Erfassung eines Besuchers erfolgt innerhalb einer halben Sekunde. Dieses Intervall reicht zum zuverlässigen Besucher-Tracking aus. Darüber hinaus wird die Position des Besuchers im Raum zentimetergenau gemessen. So können nicht nur die Besucher, sondern auch deren Laufwege erfasst werden. Die Erfassungsquote der Besucher ist sehr hoch. Es können immer mehrere 3D-Sensoren zusammengeschaltet werden, um große Einzelhandelsflächen abzudecken.

Bei dieser Technologie werden weder Bilder noch Videos übertragen und gespeichert. Daher ist diese Technologie für das Besucher-Tracking auch 100 % datenschutzkonform. Aus den anonymen Daten lassen sich keine personenbezogenen Daten, Bilder oder Videos rekonstruieren.

Radar-Technologie

Der Sensor misst bei der Radar-Technologie die Distanz zu den zu erfassenden Objekten mit elektromagnetischen Wellen, die als eine Art Echo von den erfassten Objekten rückgekoppelt werden. Durch die Bewegungen der Personen kann die Richtung zu den Objekten und somit eine 3D-Position bestimmt werden. Radar-Personenzähler liefern in Echtzeit via WLAN Statistiken an einen Server.

Haupteinsatzgebiet dieser Technik ist die Passantenfrequenzmessung vor den Filialen, wobei hierbei neben der reinen Personenzahl auch Geschwindigkeiten und Richtungen erhoben werden. Zusätzlich können auch die Anzahl der Schaufensterverweiler und deren Verweilzeiten ermittelt werden. Diese Technologie ist absolut datenschutzkonform, da es sich um keine Videotechnik handelt und keine Aufzeichnung erfolgt.

Lidar-Technologie

Lidar ist eine radarähnliche Technologie für das Besucher-Tracking mithilfe von permanent ausgestrahlten Laserstrahlen. Die ausgesendeten Laserstrahlen werden von allen Objekten reflektiert. Aus der benötigten Zeit zwischen Quelle und Objekt wird die Entfernung bestimmt. Da die Laserstrahlen permanent und raumfüllend ausgestrahlt werden, ergeben sich aus den Reflexionspunkten objektbezogene Punktwolken. Mithilfe einer intelligenten Mustererkennung erkennt diese Technologie anhand der Umrisse dann einzelne Besucher.

Genauso wie bei der 3D-Technologie sind ein kurzes Messintervall und eine zentimetergenaue Positionsbestimmung möglich. Da Laserstrahlen zum Einsatz kommen, werden keine realen Bilder erfasst. Daher ist die Lidar-Technologie 100 % datenschutzkonform. Sie hat ebenfalls eine hohe Erfassungsquote, aber ist noch nicht so ausgereift wie die 3D-Technologie.

WLAN-Technologie

Viele Besucher verfügen über WLAN-fähige Endgeräte bzw. Smartphones beim Besuch eines Stores. Diese Smartphones suchen in der Regel automatisch nach verfügbaren WLAN-Netzen. Diese Suchanfragen beinhalten eine eindeutige MAC-Adresse zur Identifikation. Die Suchanfragen können von WiFi-Empfängern im Store erfasst werden. Für eine Einzelhandelsfläche werden in der Regel mehrere WiFi-Tracker verwendet. Anhand der WLAN-Signalstärke kann ein Endgerät und dessen Nutzer lokalisiert werden. Diese Lokalisierung ist aber nicht zentimetergenau, sondern erfolgt auf etwa 10 m genau.

Darüber hinaus müssen Besucher über ein WLAN-Endgerät beim Besuch verfügen und das WLAN eingeschaltet haben. Außerdem variieren die Zeitintervalle, in denen die Suchanfragen gesendet werden. Diese Zeitintervalle können unter Umständen über zehn Minuten betragen. Zusätzlich beeinflussen Objekte in einem Store die Signalstärke, sodass die Lokalisierung erschwert wird. Somit ergibt sich eine viel geringere Erfassungsquote als bei der Lidar- und 3D-Technologie.

Die WLAN-Technologie ist nicht 100 % datenschutzkonform. Zwar werden die MAC-Adressen in der Regel pseudonymisiert, sodass keine personenbezogenen Daten verarbeitet werden. Aber theoretisch ist eine Identifikation der Besucher möglich. Zudem müssen Besucher die Möglichkeit haben, das WLAN-Tracking abzulehnen.

Bluetooth-Technologie

Es gibt einen Unterschied zwischen passivem und aktivem Bluetooth-Tracking. Bei der passiven Methode erfassen Gateways die Signale von Bluetooth-Geräten der Besucher. Diese können neben Smartphones auch Einkaufswagen sein, die über Bluetooth-Sender (Beacon) verfügen. Anhand der übermittelten Signalstärke für verschiedene Gateways wird die Position eines Objekts auf der Einzelhandelsfläche bestimmt. Diese Technologie ermöglicht keine zentimetergenaue Positionsbestimmung, aber ist auf etwa zwei Meter genau. Retailer können allerdings das Messintervall der Bluetooth-Sender einstellen, sodass ein sekündliches Tracking möglich ist.

Bauliche Hindernisse beeinflussen allerdings die Signalstärken und damit auch die Lokalisierung. Die Erfassungsquote ist letztendlich davon abhängig, wie viele Besucher mit einem Bluetooth-Gerät einen Store besuchen. Wenn der Bluetooth-Sender in einem Einkaufswagen verbaut ist, dann ist die Messung ebenfalls ungenau. Denn mehrere Besucher können sich einen Einkaufswagen teilen, was zum Beispiel beim Shopping von Familien der Fall ist.

Bei der aktiven Methode senden Bluetooth-Sender ihre Kennung aktiv aus. Sie werden beispielsweise von Smartphone-Apps der Besucher in der unmittelbaren Nähe empfangen. So können Besucher lokalisiert und gezählt werden. Da die Besucher der App-Nutzung aber vorher zustimmen müssen, ist die Erfassungsrate relativ gering und daher nicht zum Besucher-Tracking geeignet.

Ultrabreitband-Technologie

Die Ultrabreitband-Technologie ist eine Nahbereichsfunkkommunikation. Sie basiert nicht auf Signalstärken wie bei der WLAN- und Bluetooth-Technologie. Stattdessen erfolgt eine Erfassung der Laufzeiten von Signalen zwischen Gateway und Empfänger. Es muss immer eine Sichtverbindung zwischen beiden geben. Die Gateways befinden sich dabei verteilt an der Decke der Einzelhandelsfläche. Die Empfänger müssen mit einem speziellen Tag ausgestattet sein. Diese Tags können sich beispielsweise an Einkaufwagen selbst befinden. Dann besteht allerdings wiederum das Problem, dass ein Einkaufswagen durchaus von mehreren Personen genutzt werden kann.

Die Lokalisierung ist mit der Ultrabreitband-Technologie allerdings zentimetergenau möglich und damit viel genauer als bei der WLAN- und Bluetooth-Technologie. Die Messintervalle sind bei der Ultrabreitband-Technologie auch sehr gering, vor allem im Vergleich zur WLAN-Technologie. Daher ist theoretisch auch Echtzeit-Tracking möglich. Allerdings ist diese Technologie zum Besucher-Tracking noch nicht gänzlich ausgereift.

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